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Vorschrift
Normgeber:Kultusministerium
Aktenzeichen:404-80006/5/1-1/01
Erlassdatum:13.06.2001
Fassung vom:22.06.2011
Gültig ab:01.08.2011
Gültig bis:unbefristet gültig
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:keine Angaben verfügbar
Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz - Anlage 8: Rahmenvereinbarung über Fachschulen (Beschl. vom 7. 11. 2002 i. d. F. vom 3. 3. 2010)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis


Zum Hauptdokument : Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz



Anlage 4



Rahmenvereinbarung über Fachschulen
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 7. 11. 2002
i. d. F. vom 3. 3. 2010)



Einleitung

Fachschulen sind Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung. Die Bildungsgänge in den Fachbereichen schließen an eine berufliche Erstausbildung und an Berufserfahrungen an. Sie führen in unterschiedlichen Organisationsformen des Unterrichts (Vollzeit- oder Teilzeitform) zu einem staatlichen postsekundaren Berufsabschluss nach Landesrecht. Sie können darüber hinaus Ergänzungs-/Aufbaubildungsgänge sowie Maßnahmen der Anpassungsweiterbildung anbieten.

Fachschulen qualifizieren für die Übernahme von Führungsaufgaben und fördern die Bereitschaft zur beruflichen Selbstständigkeit. Nach Maßgabe der Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 5. 6. 1998 in der jeweils gültigen Fassung) kann zusätzlich die Fachhochschulreife erworben werden.



Teil I
Allgemeine übergreifende Regelungen



1.

Die Rahmenvereinbarung erfasst

Fachschulen mit mindestens 2 400 Unterrichtsstunden in den Fachbereichen Agrarwirtschaft1), Gestaltung, Technik und Wirtschaft
Fachschulen mit mindestens 2 400 Unterrichtsstunden und 1 200 Stunden Praxis in den Fachrichtungen Heilerziehungspflege und Sozialpädagogik des Fachbereichs Sozialwesen
Fachschulen mit mindestens 1 800 Unterrichtsstunden in der Fachrichtung Heilpädagogik des Fachbereichs Sozialwesen.


2.

2.1 Für die Errichtung und den Betrieb öffentlicher Fachschulen und Fachschulen in freier Trägerschaft gelten die Bestimmungen der Länder.

2.2 Den Unterricht an Fachschulen erteilen

in der Regel Lehrkräfte mit der Befähigung für das Lehramt für Fachrichtungen des beruflichen Schulwesens sowie Lehrkräfte mit einem abgeschlossenen Studium an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule oder Kunsthochschule mit mehrjähriger Berufserfahrung und pädagogischer Eignung
sonstige Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung und pädagogischer Eignung.


3.

3.1 Fachschulen2) gibt es für folgende Fachbereiche:

Agrarwirtschaft
Gestaltung
Technik
Wirtschaft3)
Sozialwesen.

Besondere Regelungen zu den Fachbereichen sind in Teil II enthalten.

3.2 Die Fachbereiche gliedern sich in die Fachrichtungen gemäß Anlage.

3.3 Die Aufnahme weiterer Fachrichtungen in die Liste der Fachrichtungen bedarf der Beschlussfassung durch die Kultusministerkonferenz.

3.4 Die Länder können zur Berücksichtigung spezieller Erfordernisse Fachrichtungen in Schwerpunkte untergliedern, die im Rahmen gemeinsamer Ziele Differenzierungen ermöglichen.



4.

4.1 Die Fachschulen führen zu qualifizierten Abschlüssen der beruflichen Weiterbildung und haben zum Ziel, Fachkräfte mit in der Regel beruflicher Erfahrung zu befähigen,

Führungsaufgaben in Betrieben, Unternehmen, Verwaltungen und Einrichtungen zu übernehmen und/oder
selbstständig verantwortungsvolle Tätigkeiten auszuführen.

Die Fachschulen leisten einen Beitrag zur Vorbereitung auf die unternehmerische Selbstständigkeit.

4.2 An Fachschulen können darüber hinaus weitere nicht durch diese Rahmenvereinbarung erfasste Abschlüsse und Zertifikate erworben werden.

4.3 Der Besuch der Fachschule kann auch die Vorbereitung auf die Meisterprüfung einschließen.



5.

5.1 Die Ausbildung kann in Vollzeit- oder in Teilzeitform erfolgen. Übergänge von der Vollzeit- zur Teilzeitform und umgekehrt sind möglich. Die Ausbildung ist auch in gestufter Form möglich.

5.2 Die Ausbildung gliedert sich in einen Pflichtbereich nach Ziffer 1 und einen Wahlbereich. Die Regelung des Wahlbereichs bleibt den Ländern vorbehalten. Von den Unterrichtsstunden des Pflichtbereichs nach Ziffer 1 können bis zu 20 v. H., jedoch nicht mehr als 480 Unterrichtsstunden als betreute und durch Lehrkräfte vor- und nachbereitete andere Lernformen organisiert werden. Sie müssen in der Stundentafel ausgewiesen werden.

5.3 Ein Fachschulabschluss kann auf die Ausbildung in einer zweiten Fachrichtung des Fachbereichs mit bis zu einem Jahr angerechnet werden.

5.4 Ergänzungsbildungsangebote, die auf einen Fachschulabschluss nach dieser Vereinbarung aufbauen und die der Erweiterung der Qualifikation dienen, dauern mindestens 600 Unterrichtsstunden.



6.

6.1 Die Aufnahmevoraussetzungen sind in Teil II geregelt.

6.2 Den Ländern bleibt es darüber hinaus überlassen, in Grenzfällen Ausnahmeregelungen zu treffen.



7.

Der Unterricht im Pflichtbereich umfasst den fachrichtungsübergreifenden und den fachrichtungsbezogenen Lernbereich sowie im Fachbereich Sozialwesen eine Praxis in Tätigkeitsfeldern gemäß Teil II. Die Lernbereiche und die Praxis sind aufeinander bezogen und ergänzen sich. Sie tragen gemeinsam zur Entwicklung umfassender Handlungskompetenz bei.



8.

8.1 Der Unterricht im fachrichtungsübergreifenden Lernbereich dient vorrangig der Erweiterung der berufsübergreifenden Kompetenzen. Durch die fachrichtungsübergreifenden Lernziele und -inhalte ist er besonders geeignet, die Methodenkompetenz, die Personal- und Sozialkompetenz sowie die Lernkompetenz zu fördern. Durch die Einbeziehung des fachrichtungsübergreifenden Lernbereichs in komplexe Aufgabenstellungen mit fachlichen Bezügen wird die Verzahnung mit dem fachrichtungsbezogenen Lernbereich sichergestellt. Der Unterricht im fachrichtungsbezogenen Lernbereich dient dem Erwerb erweiterter beruflicher Handlungskompetenz. Hierbei erhalten komplexe Aufgabenstellungen, die aus dem zukünftigen beruflichen Einsatzbereich entwickelt werden und damit in besonderer Weise neben der Entwicklung der oben genannten Kompetenzen der Entwicklung der Fachkompetenz dienen, einen besonderen Stellenwert.

8.2 Unterricht und Ausbildung erfolgen darüber hinaus auf der Grundlage der in Teil II aufgeführten Rahmenvorgaben für Stundentafeln und Ausbildungsanforderungen nach den Bestimmungen der Länder.



9.

9.1 Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen, mit der die in der Ausbildung erworbene Gesamtqualifikation festgestellt wird.

9.2 Die Abschlussprüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung. Mündliche und praktische Prüfungen werden nach den Regelungen im Teil II und den Bestimmungen der Länder durchgeführt.

9.3 In der schriftlichen Prüfung werden mindestens drei Arbeiten, in den Fachbereichen Sozialwesen und Agrarwirtschaft mindestens zwei Arbeiten, aus dem fachrichtungsbezogenen Lernbereich angefertigt. Die Prüfungsdauer beträgt dafür insgesamt mindestens neun Zeitstunden, in den Fachbereichen Sozialwesen und Agrarwirtschaft mindestens sechs Zeitstunden.

9.4 Eine der schriftlichen Prüfungsarbeiten kann durch eine schriftliche Facharbeit mit anschließender Präsentation der Ergebnisse im Rahmen eines Kolloquiums unter prüfungsgemäßen Bedingungen ersetzt werden.



10.

10.1 Das Gesamtergebnis der Ausbildung lautet „bestanden" oder „nicht bestanden".

10.2 Die Ausbildung ist insgesamt erfolgreich abgeschlossen, wenn alle Noten des Abschlusszeugnisses mindestens ausreichend sind. Abweichend davon richtet sich ein Notenausgleich für nicht ausreichende Einzelnoten nach den Bestimmungen der Länder.



11.

11.1 Wer die Prüfung bestanden hat und die weiteren nach den Bestimmungen der Länder erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält ein Abschlusszeugnis. Mit dem Abschlusszeugnis ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter .../Staatlich geprüfte ..." bzw. „Staatlich anerkannter .../Staatlich anerkannte ..." nach Maßgabe der in Teil II genannten Regelungen zu führen.

11.2 Die Länder können vorsehen, dass die Berufsbezeichnung in Verbindung mit der Fachrichtung geführt wird.

Bestehende abweichende Berufsbezeichnungen nach den Bestimmungen der Länder sind möglich; die Gleichstellung mit den Berufsbezeichnungen nach dieser Rahmenvereinbarung kann im Zeugnis vermerkt werden.



12.

Die Länder können mit der Versetzung in das zweite Jahr eines Vollzeitbildungsganges einen Mittleren Schulabschluss erteilen. Bei vom Vollzeitbildungsgang abweichenden Organisationsformen kann entsprechend verfahren werden. Auf die „Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im Sekundarbereich I" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 3. 12. 1993 i. d. F. vom 27. 9. 1996) einschließlich des Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 10. 5. 2001 zu Ziffer 3.2 der vorgenannten Vereinbarung sowie auf die „Standards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12. 5. 1995) wird verwiesen.



13.

13.1 Eine Prüfung für Nichtschüler/Nichtschülerinnen kann vorgesehen werden.

13.2 Zur Prüfung wird zugelassen, wer die Aufnahmevoraussetzungen für die Fachschule erfüllt. Darüber hinaus müssen Vorbildung und Berufsweg erwarten lassen, dass Kompetenzen erlangt wurden, wie sie an einer entsprechenden Fachschule vermittelt werden.

13.3 Die Prüfung kann nicht früher abgelegt werden, als es bei einem Fachschulbesuch möglich gewesen wäre.

13.4 Die Prüfung soll sich auf den gesamten Inhalt der Ausbildung beziehen. Umfang und Anforderungen dürfen nicht hinter jenen der Abschlussprüfung für Schüler zurückstehen und müssen denen der Fachschule entsprechen.

13.5 Nach bestandener Prüfung wird ein Zeugnis erteilt, aus dem hervorgeht, dass die Prüfung für Nichtschüler/Nichtschülerinnen abgelegt wurde.

13.6 Die Empfehlungen zur Gestaltung von Nichtschülerprüfungen zum Nachholen schulischer Abschlüsse (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 26. 4. 1996 in der jeweils geltenden Fassung) gelten entsprechend.



14.

Die Vorbereitung durch Fernlehrgänge, die von der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen oder als geeignet anerkannt sind, soll bei der Prüfung gemäß Artikel 13 des Staatsvertrages über das Fernunterrichtswesen vom 16. 2. 1978, geändert durch Staatsvertrag vom 4. 12. 1991, berücksichtigt werden.



15.

Die Länder erkennen die nach dieser Rahmenvereinbarung erteilten Abschlusszeugnisse gegenseitig an.

Ein gemäß dieser Rahmenvereinbarung in allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland anerkanntes Zeugnis enthält folgenden Hinweis:

„Der Abschluss der Fachschule entspricht der Rahmenvereinbarung über Fachschulen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom ... in der jeweils gültigen Fassung) und wird von allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt."



16.

Die „Rahmenvereinbarung über Fachschulen mit zweijähriger Ausbildungsdauer" vom 12. 6. 1992 i. d. F. vom 22. 10. 1999, die „Rahmenvereinbarung über Fachschulen mit einjähriger Ausbildungsdauer — Fachbereich Agrarwirtschaft" vom 9. 12. 1985, die „Rahmenvereinbarung über die Höheren Landbauschulen" vom 18. 3. 1970, die „Rahmenvereinbarung über Fachschulen mit zweijähriger Ausbildungsdauer der Fachrichtung Hauswirtschaft" vom 27. 5. 1988 i. d. F. vom 2. 7. 1992, die „Rahmenvereinbarung über die Fachschulen und Höheren Fachschulen für Hauswirtschaft" vom 3. 10. 1968, die „Rahmenvereinbarung zur Ausbildung und Prüfung von Erziehern/Erzieherinnen" vom 28. 1. 2000, die „Rahmenvereinbarung über die Ausbildung und Prüfung von Heilerziehungspflegern/Heilerziehungspflegerinnen" vom 1. 2. 2001 und die „Rahmenvereinbarung über die Ausbildung und Prüfung an Fachschulen für Heilpädagogik" vom 12. 9. 1986 werden aufgehoben.

Die Länder verpflichten sich, diese Rahmenvereinbarung spätestens bis zum Schuljahr 2004/2005, beginnend mit dem 1. Jahr der Ausbildung, umzusetzen. Bis dahin können die in Absatz 1 genannten Rahmenvereinbarungen weiterhin angewandt werden.





Teil II
Regelungen zu den Fachbereichen
Agrarwirtschaft, Gestaltung, Technik, Wirtschaft,
Sozialwesen



Fachbereich Agrarwirtschaft



1.

Ziel der Ausbildung im Fachbereich Agrarwirtschaft ist es, Fachkräfte mit geeigneter Berufsausbildung und Berufserfahrung vorrangig zur Leitung eigener Unternehmen, aber auch für Arbeiten und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebene in der Agrarverwaltung und in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten landwirtschaftsnahen Dienstleistungsunternehmen zu qualifizieren.

Die Absolventen/Absolventinnen müssen u. a. in der Lage sein, selbstständig Probleme ihres Berufsbereiches bzw. Unternehmens zu erkennen, zu analysieren, zu strukturieren, zu beurteilen und Wege zur Lösung dieser Probleme zu finden. Weiterhin müssen sie zu unternehmerischem Denken und verantwortlichem Handeln befähigt sein. Das schließt auch die Fähigkeit ein, Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen (insbesondere Auszubildende) anzuleiten, zu führen, zu motivieren und zu beurteilen. Dabei gewinnt auch die Fähigkeit zur Teamarbeit an Bedeutung. Darüber hinaus verlangen die zunehmende Bedeutung fremdsprachiger Informationen sowie die auch in der Agrarwirtschaft zunehmenden internationalen Verflechtungen fremdsprachliche Kenntnisse.

Auf die erforderliche Spezialisierung reagiert der Fachbereich Agrarwirtschaft durch zunehmende Profilierung und durch Differenzierungsangebote innerhalb des fachrichtungsbezogenen Bereichs bzw. der Ergänzungskurse.

Die betrieblichen Einsatzmöglichkeiten umfassen die Leitung landwirtschaftlicher Betriebe bzw. von Betriebsteilen größerer landwirtschaftlicher Unternehmen sowie Tätigkeiten in den Bereichen: Betriebsorganisation, Beratung, Marketing, Service, Kundendienst und im Management landwirtschaftsbezogener Unternehmen und Verwaltungen.

Die Ausbildung in den Fachschulen für Agrarwirtschaft mit mindestens 1 200 Unterrichtsstunden (Stufe I) erfolgt in den in der Anlage genannten Fachrichtungen. Darauf aufbauend kann eine zweite Stufe einer Fachschule mit mindestens 1 200 Unterrichtsstunden angeboten werden. Die gestuften Bildungsgänge bauen inhaltlich aufeinander auf.

Die Fachschule für Agrarwirtschaft wird auch als Bildungsgang mit mindestens 2 400 Unterrichtsstunden sowie als Fachrichtung in den Fachbereichen Technik und Wirtschaft angeboten. Der Besuch des ersten Jahres der Fachschule für Agrarwirtschaft kann auch der Vorbereitung auf die Meisterprüfung dienen.



2.

2.1 Die Aufnahme in eine Fachschule für Agrarwirtschaft erfordert mindestens

den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen der Länder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweit während der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuch bestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenkten Praktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet werden. Die Fachschulausbildung in Vollzeitform verlängert sich dann entsprechend.

oder

den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstand und eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hierauf kann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnet werden.

2.2 Die Länder können festlegen, welche Zugangsberufe für die jeweiligen Fachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägig sind.



3.
3.1
Rahmenstundentafel der Fachschule für Agrarwirtschaft mit mindestens 2 400 Unterrichtsstunden

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

400

600

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

1 800

2 000

Insgesamt



2 400



3.2
Rahmenstundentafel der Fachschule für Agrarwirtschaft mit mindestens 1 200 Unterrichtsstunden (Stufe I und Stufe II)

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

200

300

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

900

1 000

Insgesamt



1 200



4.

Die Prüfung für die Fachschule mit mindestens 1 200 Unterrichtsstunden (Stufe I) erfolgt unter folgenden Bedingungen:

4.1
Die schriftliche Prüfung soll in mindestens zwei Fächern durchgeführt werden.
4.2
Die Gesamtdauer der schriftlichen Prüfung soll mindestens 6 Zeitstunden betragen.
4.3
Die mündliche Prüfung kann sich auf alle Unterrichtsfächer erstrecken.
4.4
Die Dauer einer praktischen Prüfung richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Fachrichtung.


5.

Mit dem Abschlusszeugnis für die Fachschule mit mindestens 1 200 Unterrichtsstunden (Stufe I) ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Wirtschafter/Staatlich geprüfte Wirtschafterin" unter Angabe der Fachrichtung zu führen. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zum Eintritt in das zweite Jahr des entsprechenden Fachschulbildungsganges oder in eine als Aufbauform geführte einjährige Fachschule, sofern die übrigen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind. Mit dem Abschlusszeugnis der Fachschule mit mindestens 2 400 Unterrichtsstunden bzw. der Fachschule mit mindestens 1 200 Unterrichtsstunden (Stufe II) ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt/Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin" zu führen.





Fachbereich Gestaltung



1.

Ziel der Ausbildung im Fachbereich Gestaltung ist es, Fachkräfte mit geeigneter Berufsausbildung und Berufserfahrung zu produkt- bzw. handwerksgerechter Gestaltung, für Aufgaben im mittleren Führungsbereich von Unternehmen und zur unternehmerischen Selbstständigkeit zu befähigen.

Die Absolventen/Absolventinnen müssen in der Lage sein, Entwurfs- und Fertigungsaufgaben produkt- und marktbezogen selbstständig zu bearbeiten und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte zu lösen. Die Fähigkeiten der künstlerischen, modischen Gestaltung und der handwerklich, technischen Realisierung bedingen einander und sind in vielfältiger Weise miteinander verbunden und aufeinander bezogen.

Der Fachbereich Gestaltung hat einen hohen Differenzierungsgrad; je nach Tätigkeitsbereich steht das Entwerfen, das Gestalten oder die werktechnische Realisierung im Vordergrund.

Die Ausbildung berücksichtigt künstlerische sowie fertigungstechnische und gegebenenfalls modische Aspekte.



2.

2.1 Die Aufnahme in eine Fachschule für Gestaltung erfordert mindestens

den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen der Länder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweit während der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuch bestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenkten Praktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet werden. Die Fachschulausbildung in Vollzeitform verlängert sich dann entsprechend.

oder

den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstand und eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hierauf kann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnet werden.

2.2 Die Länder können festlegen, welche Zugangsberufe für die jeweiligen Fachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägig sind.



3.

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

400

600

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

1 800

2 000

Insgesamt



2 400



4.

Abweichend von Ziffer 9.4 (Teil I) kann anstelle der schriftlichen Facharbeit mit anschließender Präsentation eine praktische Prüfung durchgeführt werden.



5.

Mit dem Abschlusszeugnis ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Gestalter/Staatlich geprüfte Gestalterin" zu führen.





Fachbereich Technik



1.

Ziel der Ausbildung im Fachbereich Technik ist es, Fachkräfte mit einschlägiger Berufsausbildung und Berufserfahrung für die Lösung technisch-naturwissenschaftlicher Problemstellungen für Führungsaufgaben im betrieblichen Management auf der mittleren Führungsebene sowie für die unternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren.

Die Ausbildung orientiert sich an den Erfordernissen der beruflichen Praxis und befähigt die Absolventen/Absolventinnen, den technologischen Wandel zu bewältigen und die sich daraus ergebenden Entwicklungen der Wirtschaft mitzugestalten.

Der Umsetzung neuer Technologien — verbunden mit der Fähigkeit kostenbewusst zu handeln und Fremdsprachenkenntnisse anzuwenden — wird deshalb auf der Basis des fachrichtungsspezifischen Vertiefungswissens in der Ausbildung besonderer Wert beigemessen. Der Fähigkeit, Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen anzuleiten, zu führen, zu motivieren und zu beurteilen sowie der Fähigkeit zur Teamarbeit kommen im Zusammenhang mit den speziellen fachlichen Kompetenzen große Bedeutung zu.

Die Absolventen/Absolventinnen müssen vor diesem Hintergrund in der Lage sein, im Team und selbstständig Probleme des entsprechenden Aufgabenbereiches zu erkennen, zu analysieren, zu strukturieren, zu beurteilen und Wege zur Lösung dieser Probleme in wechselnden Situationen zu finden.



2.

2.1 Die Aufnahme in die Fachschule für Technik erfordert mindestens

den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen der Länder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweit während der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuch bestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenkten Praktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet werden. Die Fachschulausbildung in Vollzeitform verlängert sich dann entsprechend.

oder

den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstand und eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hierauf kann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnet werden.

2.2 Für den Zugang zu den Fachrichtungen Nautik und Schiffsbetriebstechnik finden abweichend von Ziffer 2.1 die Bestimmungen der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung (SchOffzAusbV) in der jeweils gültigen Fassung Anwendung.

2.3 Die Länder können festlegen, welche Zugangsberufe für die jeweiligen Fachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägig sind.



3.

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

400

600

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

1 800

2 000

Insgesamt



2 400



4.

Mit dem Abschlusszeugnis ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin" zu führen.





Fachbereich Wirtschaft



1.

Ziel der Ausbildung im Fachbereich Wirtschaft ist es, Fachkräfte mit geeigneter Berufsausbildung und Berufserfahrung für betriebswirtschaftliche branchen-/funktionsbezogene Tätigkeiten und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebene in größeren Unternehmen sowie für die unternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren.

Der Tätigkeitsbereich der Absolventen/Absolventinnen umfasst die Schnittstelle von betriebspolitischen, planerisch-gestaltenden Entscheidungsvorgaben einerseits und für ihre Umsetzung erforderlichen ausführenden Maßnahmen und Tätigkeiten andererseits. Bei der Einführung neuer betrieblicher Organisationsstrukturen, neuer Technologien oder der Festlegung neuer, marktabhängiger Ziele obliegt ihm/ihr die Aufgabe einer möglichst reibungslosen Realisierung im eigenen Zuständigkeitsbereich.

Die Absolventen/Absolventinnen müssen in der Lage sein, mit der übergeordneten Entscheidungsebene und Mitarbeitern/ Mitarbeiterinnen im Team produktiv zusammenzuarbeiten und die im Rahmen seines/ihres betrieblichen Verantwortungsbereichs erforderlichen außerbetrieblichen Kontakte zu pflegen und zu nutzen. Dies setzt eine umfassende Kommunikationsfähigkeit voraus, die auch die Fähigkeit der Problemdarstellung, zum Berichten, zur Beschreibung eigener Vorstellungen und Ideen einschließt. Die Fähigkeit, Fremdsprachenkenntnisse in Erfüllung betrieblicher Aufgaben gezielt anzuwenden, gewinnt angesichts der zunehmenden internationalen Verflechtung immer mehr an Bedeutung.

Der Fachbereich Wirtschaft kann branchenspezifisch, funktionsspezifisch oder allgemein-betriebswirtschaftlich ausgerichtet sein.



2.

2.1 Die Aufnahme in eine Fachschule für Wirtschaft erfordert mindestens

den Abschluss in einem nach BBiG/HwO oder den Bestimmungen der Länder anerkannten für die Zielsetzung der jeweiligen Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf und eine entsprechende Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr und den Abschluss der Berufsschule, soweit während der Berufsausbildung die Pflicht zum Berufsschulbesuch bestand. Die entsprechende Berufstätigkeit (auch in Form eines gelenkten Praktikums) kann während der Fachschulausbildung abgeleistet werden. Die Fachschulausbildung in Vollzeitform verlängert sich dann entsprechend.

oder

den Abschluss der Berufsschule oder einen gleichwertigen Bildungsstand und eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren. Hierauf kann der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule angerechnet werden.

2.2 Die Länder können festlegen, welche Berufe für die jeweiligen Fachrichtungen, gegebenenfalls auch die jeweiligen Schwerpunkte, einschlägig sind.

2.3 In der Fachrichtung Hauswirtschaft wird abweichend von den vorgenannten Bedingungen zugelassen, wer

einen mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss

und

entweder eine abgeschlossene, einschlägige Berufsausbildung mit einer Regelausbildungsdauer von 3 Jahren
oder den Abschluss einer Berufsfachschule einschlägiger Fachrichtung und eine mindestens zweijährige berufliche Tätigkeit oder ein mindestens einjähriges Praktikum in hauswirtschaftlichen Mittel- oder Großbetrieben

nachweist.

An die Stelle der Berufsausbildung nach Satz 1 kann eine einschlägige für den Besuch der Fachschule förderliche Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren treten. Hierauf kann die selbstständige Führung eines Mehrpersonenhaushaltes mit bis zu 2 Jahren angerechnet werden.



3.

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

400

600

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

1 800

2 000

Insgesamt



2 400



4.

Mit dem Abschlusszeugnis ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Betriebswirt/Staatlich geprüfte Betriebswirtin" bzw. in der Fachrichtung Hauswirtschaft die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter hauswirtschaftlicher Betriebsleiter/Staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin" zu führen.





Fachbereich Sozialwesen



Fachrichtung Sozialpädagogik und Fachrichtung Heilerziehungspflege



1.

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in allen sozialpädagogischen Bereichen als Erzieher oder Erzieherin selbstständig und eigenverantwortlich tätig zu sein.

Kinder und Jugendliche zu erziehen, zu bilden und zu betreuen, erfordert Fachkräfte4)

die das Kind und den Jugendlichen in seiner Personalität und Subjektstellung sehen;
die Kompetenzen, Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in den verschiedenen Altersgruppen erkennen und entsprechende pädagogische Angebote planen, durchführen, dokumentieren und auswerten können;
die als Personen über ein hohes pädagogisches Ethos, menschliche Integrität sowie gute soziale und persönliche Kompetenzen und Handlungsstrategien zur Gestaltung der Gruppensituation verfügen;
die im Team kooperationsfähig sind;
die aufgrund didaktisch-methodischer Fähigkeiten die Chancen von ganzheitlichem und an den Lebensrealitäten der Kinder und Jugendlichen orientiertem Lernen erkennen und nutzen können;
die in der Lage sind, sich im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen wie auch mit Erwachsenen einzufühlen, sich selbst zu behaupten und Vermittlungs- und Aushandlungsprozesse zu organisieren;
die als Rüstzeug für die Erfüllung der familienergänzenden und -unterstützenden Funktion über entsprechende Kommunikationsfähigkeit verfügen;
die aufgrund ihrer Kenntnisse von sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen die Lage von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern erfassen und die Unterstützung in Konfliktsituationen leisten können;
die Kooperationsstrukturen mit anderen Einrichtungen im Gemeinwesen entwickeln und aufrechterhalten können;
die in der Lage sind, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen sowie den Anforderungen einer zunehmenden Wettbewerbssituation der Einrichtungen und Dienste und einer stärkeren Dienstleistungsorientierung zu entsprechen;
die über didaktische Kompetenzen verfügen, um bereits bei Kindern im Kindergarten/Vorschulalter Interesse an mathematisch-naturwissenschaftlichtechnischen Sachverhalten zu wecken;
die in der Lage sind, die körperliche und motorische Leistungsfähigkeit im vorschulischen Bereich zu fördern.


2.

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, selbstständig und eigenverantwortlich Menschen, deren personale und soziale Identität und Integration durch Beeinträchtigungen oder Behinderungen erschwert ist, zu begleiten, zu betreuen, zu pflegen und deren Persönlichkeitsentwicklung, Bildung, Sozialisation und Rehabilitation zu fördern.

Menschen, deren personale und soziale Identität und Integration durch Beeinträchtigungen oder Behinderungen erschwert ist (im Folgenden Adressaten genannt), erfordern zur Beratung, Begleitung, Pflege und Bildung Fachkräfte,

die heilerziehungspflegerischen Aufgaben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen fachlich kompetent und bedarfsgerecht erfüllen;
die als Personen über ein hohes berufliches Ethos, menschliche Integrität sowie die erforderlichen sozialen und persönlichen Kompetenzen und Handlungsstrategien zur Gestaltung der heilerziehungspflegerischen Arbeit sowohl mit Gruppen als auch mit Einzelnen verfügen;
die professionell die Chancen ganzheitlichen und an den Lebensrealitäten der Adressaten orientierten Handelns erkennen und insbesondere für aktivierende Pflege nutzen;
die die Erhaltung oder Wiedergewinnung einer möglichst selbstständigen Lebensführung unter Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation und der Biografie des Adressaten unterstützen;
die Kompetenzen, Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse der Adressaten erkennen und entsprechende heilerziehungspflegerische Angebote planen, durchführen, dokumentieren und auswerten;
die aufgrund ihrer Kenntnisse von sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen die Lage der Adressaten und ihrer Umgebung erfassen und Unterstützung in Konfliktsituationen leisten;
die für die Erfüllung der heilerziehungspflegerischen Aufgaben über eine entsprechende Kommunikationsfähigkeit verfügen;
die im Team kooperationsfähig sind und partnerschaftlich zusammenarbeiten;
die Kooperationsstrukturen mit anderen Einrichtungen im Gemeinwesen entwickeln und aufrechterhalten;
die in der Lage sind, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen sowie den Anforderungen einer zunehmenden Wettbewerbssituation der Einrichtungen und Dienste und einer stärkeren Dienstleistungsorientierung zu entsprechen.


3.

Zur Ausbildung wird zugelassen, wer

einen mittleren Schulabschluss5) oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss nachweist und
über eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung oder eine in Abhängigkeit von der Dauer der Ausbildung nach den Bestimmungen der Länder als gleichwertig anerkannte Qualifizierung verfügt.


4.

Der gesamte Ausbildungsweg dauert unter Einbeziehung der beruflichen Vorbildung in der Regel fünf Jahre, mindestens jedoch vier Jahre. Er enthält eine in der Regel dreijährige, mindestens jedoch zweijährige Ausbildung an einer Fachschule6). Eine Teilzeitausbildung dauert entsprechend länger. Die praktische Ausbildung findet in unterschiedlichen sozialpädagogischen bzw. heilerziehungspflegerischen Tätigkeitsfeldern statt.



5.

Die Ausbildung umfasst mindestens 2 400 Unterrichtsstunden und mindestens 1 200 Stunden Praxis in sozialpädagogischen bzw. heilerziehungspflegerischen Tätigkeitsfeldern. Bis zu 600 Stunden des praktischen Anteils können für die Fachrichtung für Sozialpädagogik aus einer zweijährigen einschlägigen vollzeitschulischen Vorbildung und für die Fachrichtung für Heilerziehungspflege aus einer einjährigen einschlägigen Vorbildung in die Ausbildung eingebracht werden. An der Fachschule für Heilerziehungspflege können weitere 500 Stunden gelenkte Fachpraxis auf die 2 400 Unterrichtsstunden angerechnet werden.



6.

Die Qualifizierung erfordert eine prozesshafte Ausbildung in enger Verzahnung der unterschiedlichen Lernorte.

Zur vertiefenden Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Erwartungen an die Tätigkeit in sozialpädagogischen bzw. heilerziehungspflegerischen Arbeitsfeldern ist im Verlauf der Ausbildung ein Konzept der Berufsrolle zu entwickeln.

Durch Analyse und Überprüfung der eigenen Reaktionsmuster und Einschätzungsmöglichkeiten sind

Konzepte zu entwickeln, die die angehenden Erzieher und Erzieherinnen befähigen, ihr sozialpädagogisches Handeln auf der Grundlage eines reflektierenden Fremdverstehens zu begründen bzw.
Konzepte für heilerziehungspflegerisches Handeln sowie die Fähigkeiten zu entwickeln, eigenverantwortlich und zielorientiert adressatenbezogene Betreuungs- und Pflege-sowie Bildungs- und Erziehungsprozesse zu gestalten und zu begründen.

In der Fachschule für Sozialpädagogik ist im Verlauf der Ausbildung die Fähigkeit zu entwickeln, eigenverantwortlich und zielorientiert bei Kindern und Jugendlichen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsprozesse zu gestalten.

Zur Professionalisierung des eigenen sozialpädagogischen bzw. heilerziehungspflegerischen Handelns bedarf es der Wahrnehmung der beruflichen Tätigkeit als Prozess, in dem es darauf ankommt, Strategien für ein selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln zu entwickeln, sie zu dokumentieren und zu überprüfen und dabei gleichzeitig die wechselnden Anforderungen der Praxis zu berücksichtigen.



7.

Zusätzlich ist durch ein geeignetes Verfahren festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer bzw. die Prüfungsteilnehmerin die in der Ausbildung erworbenen Qualifikationen in der praktischen sozialpädagogischen bzw. heilerziehungspflegerischen Arbeit umsetzen kann.



8.

Wer die Abschlussprüfung bestanden hat und die weiteren nach den Bestimmungen der Länder erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält ein Abschlusszeugnis. Das Abschlusszeugnis ist eine Voraussetzung zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Erzieher/Staatlich anerkannte Erzieherin" bzw. „Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger/Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin". Verfahrensregelungen hierzu treffen die Länder.



9.

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

mindestens

360

7)

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

mindestens

1 800

7)

Praxis in sozialpädagogischen bzw. heilerziehungspflegerischen Tätigkeitsfeldern

mindestens

1 200


Insgesamt


3 600




Die Ausbildung umfasst folgende Bereiche:

Fachrichtung Sozialpädagogik
Kommunikation und Gesellschaft
Sozialpädagogische Theorie und Praxis
Musisch-kreative Gestaltung
Ökologie und Gesundheit
Organisation, Recht und Verwaltung
Religion/Ethik nach dem Recht der Länder.
Fachrichtung Heilerziehungspflege
Kommunikation und Gesellschaft
Heilerziehungspflegerische Theorie und Praxis
Musisch-kreative Gestaltung
Pflege
Organisation, Recht und Verwaltung
Religion/Ethik nach dem Recht der Länder.


Fachbereich Sozialwesen Fachrichtung Heilpädagogik



1.

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, als Heilpädagoge/ Heilpädagogin beeinträchtigten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen heilpädagogische Hilfen zu geben.

Die Inhalte der Ausbildung müssen den wesentlichen Anforderungen heilpädagogischer Tätigkeitsbereiche entsprechen. Die Ausbildung umfasst zu gleichen Teilen die folgenden Bereiche:

Theoretische Grundlagen aus Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Medizin und Recht,
Allgemeine und spezielle Methoden heilpädagogischen Handelns,
Angeleitete Anwendung in der heilpädagogischen Praxis.


2.

Zur Ausbildung wird zugelassen, wer als „Staatlich anerkannter Erzieher/Staatlich anerkannte Erzieherin" oder mit einer im Land als gleichwertig anerkannten Qualifikation eine mindestens einjährige hauptberufliche praktische Tätigkeit in sozial- oder sonderpädagogischen Einrichtungen ausgeübt hat.



3.

Lernbereiche

Zeitrichtwerte in Unterrichtsstunden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

300

450

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

1 350

1 500

Insgesamt



1 800



4.

Zusätzlich zur Abschlussprüfung gemäß Ziffer 9 (Teil I) ist ein Kolloquium im didaktisch-methodischen Anwendungsbereich durchzuführen.



5.

Mit dem Abschlusszeugnis ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannter Heilpädagoge/ Staatlich anerkannte Heilpädagogin" zu führen.





Anlage
— Stand: 3. 3. 2010 —
(zur Rahmenvereinbarung über Fachschulen)



Liste der Fachrichtungen

Fachbereich Agrarwirtschaft

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
2 400 Unterrichtsstunden

Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt/
Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin

in Verbindung
mit der Fachrichtung

Fachrichtungen


Dorfhilfe und soziales Management

Landbau9)

Forstwirtschaft

Landwirtschaft

Gartenbau

Milch- und Molkereiwirtschaft

Hauswirtschaft

Weinbau und Önologie9)

Ländliche Hauswirtschaft8)



Fachbereich Agrarwirtschaft

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
1 200 Unterrichtsstunden in der Stufe I

Staatlich geprüfter Wirtschafter/
Staatlich geprüfte Wirtschafterin

in Verbindung
mit der Fachrichtung

Fachrichtungen


Agrarwirtschaft

Ländliche Hauswirtschaft

Floristik

Landbau

Forstwirtschaft

Landwirtschaft

Gartenbau

Milch- und Molkereiwirtschaft

Garten- und Landschaftsbau

Weinbau- und Kellerwirtschaft

Hauswirtschaft

Weinbau und Önologie

Hauswirtschaft/ Ländliche Hauswirtschaft



Fachbereich Agrarwirtschaft

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
1 200 Unterrichtsstunden in der Stufe II

Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt/
Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin

in Verbindung
mit der Fachrichtung

Fachrichtungen


Hauswirtschaft/ Ländliche Hauswirtschaft

Landwirtschaft

Landbau9)

Weinbau und Önologie9)


Fachbereich Gestaltung

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
2 400 Unterrichtsstunden

Staatlich geprüfter Gestalter/
Staatlich geprüfte Gestalterin

in Verbindung
mit der Fachrichtung

Fachrichtungen


Blumenkunst/Floristik10)

Metallgestaltung

Design und
visuelle Kommunikation

Mode11)

Edelmetallgestaltung12)

Modellistik

Edelstein- und Schmuckgestaltung

Möbel- und Innenraumgestaltung

Farbe, Gestaltung, Werbung

Produktdesign

Gewandmeister

Raumgestaltung und Innenausbau

Farbtechnik und Raumgestaltung

Schmuck und Gerät

Glasgestaltung

Spielzeuggestaltung

Handwerkliches Gestalten

Steingestaltung

Holzgestaltung

Werbe- und Mediengestaltung

Keramikgestaltung

Werbegestaltung

Kommunikationsdesign




Fachbereich Technik

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
2 400 Unterrichtsstunden

Staatlich geprüfter Techniker/
Staatlich geprüfte Technikerin

in Verbindung
mit der Fachrichtung

Fachrichtungen


Abfalltechnik

Fahrzeugtechnik

Abwassertechnik

Kunststofftechnik

Agrartechnik

Kunststoff- und Kautschuktechnik

Augenoptik13)

Landbau

Automatisierungstechnik

Landwirtschaft

Automatisierungstechnik/ Mechatronik

Lebensmitteltechnik

Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung

Lebensmittelverarbeitungstechnik

Bautechnik

Ledertechnik

Bekleidungstechnik

Leiterplattentechnik

Bergbautechnik

Luftfahrttechnik

Biotechnik

Maschinentechnik/ Maschinenbautechnik

Biogentechnik

Mechatronik

Bohr-, Förder- und Rohrleitungstechnik

Medien

Bohrtechnik

Medien und Informationssysteme

Brauwesen und Getränketechnik14)

Medizintechnik

Chemietechnik

Metalltechnik/ Metallbautechnik

Druck- und Medientechnik

Milchwirtschaft und Molkereitechnik

Elektrotechnik

Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik

Farb- und Lack(ier)technik

Museums- und Ausstellungstechnik

Feinwerktechnik

Nautik

Fleischereitechnik

Papiertechnik

Fototechnik

Physiktechnik

Gartenbau

Reinigungs- und Hygienetechnik

Gartenbau — Produktion und Vermarktung

Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Garten- und Landschaftsbau

Sanitärtechnik

Galvanotechnik

Schiffbautechnik

Gebäudesystemtechnik

Schiffsbetriebstechnik

Geologietechnik

Schuhtechnik

Gießereitechnik

Spreng- und Sicherheitstechnik

Glasbautechnik

Steintechnik

Glashüttentechnik

Technische Gebäudeausrüstung

Glastechnik

Technische Informatik

Hauswirtschaft und Ernährung

Textiltechnik

Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik

Textilveredelung

Holztechnik

Umweltschutztechnik

Hüttentechnik

Verfahrenstechnik

Informatik15)

Verkehrstechnik

Informatiktechnik

Vermessungstechnik

Informationstechnik

Versorgungstechnik

Kältetechnik

Waldwirtschaft

Kälteanlagentechnik

Wasser- und Abfallwirtschaft

Karosserie- und Fahrzeugtechnik

Wasserversorgungstechnik

Karosserie- und Fahrzeugbautechnik

Weinbau und Kellerwirtschaft

Keramiktechnik

Werkstofftechnik

Korrosionsschutztechnik

Windenergietechnik


Fachbereich Wirtschaft

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
2 400 Unterrichtsstunden

Staatlich geprüfter Betriebswirt/Staatlich geprüfte Betriebswirtin bzw. Staatlich geprüfter hauswirtschaftlicher Betriebsleiter/ Staatlich geprüfte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin

in Verbindung
mit der Fachrichtung

Fachrichtungen


Agrarwirtschaft

Informatik17)

Außenhandel

Informationsverarbeitung und Informationsmanagement

Betriebswirtschaft

Internationale Wirtschaft

Betriebswirtschaft und Unternehmensmanagement

Logistik18)

Catering/ Systemverpflegung

Marketing

Datenverarbeitung/ Organisation16)

Möbelhandel

Fremdenverkehrswirtschaft

Tourismus

Großhaushalt

Textilbetriebswirtschaft

Hauswirtschaft

Verkehrswirtschaft/Logistik

Hauswirtschaft/ Ländliche Hauswirtschaft

Wirtschaft

Holzbetriebswirtschaft

Wirtschaftsinformatik

Hotel- und Gaststättengewerbe

Wohnungswirtschaft (und Realkredit)

Hotelbetriebswirtschaft und Hotelmanagement



Fachbereich Sozialwesen

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
2 400 Unterrichtsstunden und
1 200 Stunden Praxis

Staatlich anerkannter Erzieher/
Staatlich anerkannte Erzieherin bzw. Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger/
Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin

Fachrichtungen


Sozialpädagogik

Heilerziehungspflege19)


Fachbereich Sozialwesen

Berufsbezeichnung:

mit mindestens
1 800 Unterrichtsstunden

Staatlich anerkannter Heilpädagoge/
Staatlich anerkannte Heilpädagogin

Fachrichtung


Heilpädagogik






 


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