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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Inneres und Sport
Aktenzeichen:43-23410/100
Erlassdatum:18.05.2015
Fassung vom:23.05.2018
Gültig ab:25.05.2018
Gültig bis:31.12.2020
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:keine Angaben verfügbar
Erhebung von Geobasisdaten durch Liegenschaftsvermessungen (LiegVermErlass) - Anlage 9: Auswertung

Zum Hauptdokument : Erhebung von Geobasisdaten durch Liegenschaftsvermessungen (LiegVermErlass)



Anlage 9



Auswertung



1.


Programme für die Auswertung von Liegenschaftsvermessungen sind vor dem Einsatz auf ihre Eignung zu prüfen. Dazu sind die in der Formelsammlung der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung angegebenen Datensätze für Liegenschaftsvermessungen (Prüfdatensätze) zu verwenden. Das Programm gilt als geeignet, wenn bei sachgerechtem und ordnungsgemäßem Einsatz die Ergebnisse der Prüfberechnung mit den vorgegebenen Ergebnissen übereinstimmen.



Bei Programmänderungen ist entsprechend zu verfahren.



Die Ergebnisse der Programmprüfung sind aktenkundig zu machen. Ein wesentlicher Bestandteil der Dokumentation ist der Ausdruck der Eingabedaten und der Ergebnisse der Prüfberechnung.



2.


Die Messwerte sind



wegen systematischer Abweichungen zu korrigieren,


auf die Horizontale zu reduzieren und


zur Koordinatenberechnung im amtlichen Landesbezugssystem zu reduzieren.


3.


Erhobene Messwerte und Koordinaten sind mit den im Liegenschaftskataster nachgewiesenen Daten zu vergleichen. Nachgewiesene Daten, die den Anforderungen des LiegVermErlasses entsprechen, sind grundsätzlich unverändert anzuhalten; anderenfalls sind neue Werte einzuführen.



4.


Für Netzpunkte des Liegenschaftskatasters und Objektpunkte sind Koordinaten im amtlichen Landesbezugssystem zu berechnen.



Es sind die in der Formelsammlung der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung wiedergegebenen Rechenformeln zu benutzen.



Folgende Transformationen werden eingesetzt:



die Drei-Parameter-Transformation bei Polarvermessungen und


die Vier-Parameter-Transformation für die nachbarschaftliche Anpassung bei satellitengestützten Vermessungen.


Restabweichungen nach der Transformation in den Anschlusspunkten werden dadurch berücksichtigt, dass die aufgenommenen Objektpunkte eine zusätzliche Verbesserung erhalten (Nachbarschaftstreue Koordinatenanpassung).



Für Netzpunkte des Liegenschaftskatasters und Grenzpunkte sind Höhenwerte zu berechnen.



5.


5.1
Grundsätze


Wird der Nachweis der Flurstücksgrenzen im Liegenschaftskataster verändert, so sind grundsätzlich die Flächen aller davon betroffenen Flurstücke neu zu berechnen.



Der Flächeninhalt für Flurstücke ist zu berechnen, wenn



ein Flurstück entsteht,


die Flurstücksgrenzen erstmalig im ganzen Umfang ermittelt worden sind,


ein Fehler berichtigt wird oder eine Qualitätsverbesserung des Liegenschaftskatasters erfolgt.


Der Nachweis der Flächenberechnung umfasst



1.
die Berechnung der Fläche des Flurstücks,


2.
den Vergleich von amtlicher mit berechneter Fläche und


3.
die Entscheidung über die einzutragende Fläche.


Die Fläche ist für die mittlere Geländehöhe im ETRS89_h zu berechnen, hierbei ist die Flächenverbesserung v (Tabelle 2) nach der Formelsammlung der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung zu berücksichtigen.



5.2
Berechnungsarten


Flächen werden grundsätzlich aus Koordinaten der nummerierten Grenzpunkte berechnet. Sofern Koordinaten nicht mindestens mit der Datenerhebung 1400 und der Vertrauenswürdigkeit 1300 aus den Vermessungszahlen berechenbar sind, ist die Fläche nach der Liegenschaftskarte zu ermitteln.



Berechnete Koordinaten sind einschließlich ihrer Qualitätsangaben zur Eintragung in das Liegenschaftskataster einzureichen.



5.3
Größte zulässige Abweichungen zur amtlichen Fläche (DF)


Bei dem Vergleich der amtlichen mit den berechneten Flächen müssen die nachstehend angegebenen größten zulässigen Abweichungen eingehalten werden:



–  

nach Koordinaten bzw. Vermessungszahlen:


DF = 0,2 × √F

Tabelle 1, Spalte 2,

–  

nach der Liegenschaftskarte:


DF = 0,0003 ×× F + 1,2 √F

Tabelle 1, Spalte 3.


F = Fläche






5.4
Entscheidung über einzutragende Flurstücksflächen


Die neu berechnete Fläche ist als amtliche Fläche einzuführen, wenn die Abweichung zwischen der berechneten und der amtlichen Fläche die in Tabelle 1 angegebenen Grenzwerte überschreitet, anderenfalls ist sie nur einzuführen, wenn das bisherige Flächenmaß zweifelsfrei verbessert wird.



Bei einer abzusteckenden Sollfläche darf der Unterschied zur berechneten Flurstücksfläche die Abweichungen nach Tabelle 1, Spalte 2, nicht überschreiten. Bei der Einführung einer Sollfläche müssen die Koordinaten aller Grenzpunkte mit der Datenerhebung 1300 und der Vertrauenswürdigkeit 1200 festgestellt vorliegen. Die Sollfläche ist im Fortführungsriss zu dokumentieren und als amtliche Fläche einzuführen.



Sind Flurstücksflächen zusammenhängend vermessen worden, so ist die Gesamtfläche aller Flurstücke zu berechnen (Massenberechnung).



Entstehen Flurstücksflächen, für die Vermessungszahlen nicht hinreichend vorliegen, sind diese ausnahmsweise durch Abzug von der amtlichen Fläche zu ermitteln (Rest durch Abzug). Die durch Abzug ermittelte Fläche ist durch Vergleich mit der nach der Liegenschaftskarte durchgeführten Flächenberechnung in Bezug auf die größte zulässige Abweichung nach Tabelle 1 Spalte 3 zu überprüfen.



Entstehen mehrere derartige Flurstücksflächen, sind sie nach ihrem Größenverhältnis auf die zu berücksichtigende Masse zurückzuführen.



Werden bei der Berechnung einzelner Flurstücksflächen verschiedene Berechnungsarten angewendet, soll die unterschiedliche Genauigkeit bei der Zurückführung berücksichtigt werden.



Größte zulässige Abweichung (DF) bei der Flächenberechnung



Tabelle 1



 Fläche bis 

Flächenberechnung nach


Koordinaten/
 Vermessungszahlen 

 Liegenschaftskarte 

1

2

3


DF bis


[m2]

[m2]

[m2]

           5

    0

    3

         10

    1

    4

         25

    1

    6

         50

    1

    9

         75

    2

  10

       100

    2

  12

       250

    3

  19

       500

    4

  27

       750

    5

  33

    1 000

    6

  38

    1 250

    7

  43

    1 500

    8

  47

    1 750

    8

  51

    2 000

    9

  54

    2 250

    9

  58

    2 500

  10

  61

    2 750

  10

  64

    3 000

  11

  67

    3 250

  11

  69

    3 500

  12

  72

    3 750

  12

  75

    4 000

  13

  77

    4 250

  13

  80

    4 500

  13

  82

    4 750

  14

  84

    5 000

  14

  86

    7 500

  17

106

  10 000

  20

123

  15 000

  24

151

  20 000

  28

176

  25 000

  32

197

  30 000

  35

217

  35 000

  37

235

  40 000

  40

252

  45 000

  42

268

  50 000

  45

283

  55 000

  47

298

  60 000

  49

312

  65 000

  51

325

  70 000

  53

338

  75 000

  55

351

  80 000

  57

363

  85 000

  58

375

  90 000

  60

387

  95 000

  62

398

100 000

  63

409

200 000

  89

597

300 000

110

747

400 000

126

879

500 000

141

999



5.5
Flächenverbesserung im Lagebezugssystem ETRS89 und der UTM-Abbildung


Bei Flächenberechnungen aus Koordinaten oder nach der Liegenschaftskarte ist die Flächenverbesserung zu berücksichtigen.



Flächenverbesserung v [m²/ha]



wegen ellipsoidischer Höhe und linearer Projektionsverzerrung in der UTM-Abbildung



Tabelle 2



East

East

Ellipsoidische Höhe

(ohne 32)

(ohne 32)

0

100

200

300

400

500

600

700

800

900

1000

 500 000 

 500 000 

8,0

8,3

8,6

8,9

9,3

9,6

9,9

10,2

10,5

10,8

11,1

490 000

510 000

8,0

8,3

8,6

8,9

9,2

9,5

9,9

10,2

10,5

10,8

11,1

480 000

520 000

7,9

8,2

8,5

8,8

9,2

9,5

9,8

10,1

10,4

10,7

11,0

470 000

530 000

7,8

8,1

8,4

8,7

9,0

9,4

9,7

10,0

10,3

10,6

10,9

460 000

540 000

7,6

7,9

8,2

8,6

8,9

9,2

9,5

  9,8

10,1

10,4

10,7

450 000

550 000

7,4

7,7

8,0

8,3

8,6

9,0

9,3

  9,6

  9,9

10,2

10,5

440 000

560 000

7,1

7,4

7,7

8,1

8,4

8,7

9,0

  9,3

  9,6

  9,9

10,3

430 000

570 000

6,8

7,1

7,4

7,7

8,1

8,4

8,7

  9,0

  9,3

  9,6

  9,9

420 000

580 000

6,4

6,7

7,1

7,4

7,7

8,0

8,3

  8,6

  8,9

  9,3

  9,6

410 000

590 000

6,0

6,3

6,6

7,0

7,3

7,6

7,9

  8,2

  8,5

  8,8

  9,2

400 000

600 000

5,5

5,9

6,2

6,5

6,8

7,1

7,4

  7,7

  8,1

  8,4

  8,7

390 000

610 000

5,0

5,3

5,7

6,0

6,3

6,6

6,9

  7,2

  7,5

  7,9

  8,2

380 000

620 000

4,5

4,8

5,1

5,4

5,7

6,0

6,3

  6,7

  7,0

  7,3

  7,6

370 000

630 000

3,9

4,2

4,5

4,8

5,1

5,4

5,7

  6,0

  6,4

  6,7

  7,0

360 000

640 000

3,2

3,5

3,8

4,1

4,4

4,8

5,1

  5,4

  5,7

  6,0

  6,3

350 000

650 000

2,5

2,8

3,1

3,4

3,7

4,0

4,4

  4,7

  5,0

  5,3

  5,6

340 000

660 000

1,7

2,0

2,3

2,7

3,0

3,3

3,6

  3,9

  4,2

  4,5

  4,9

330 000

670 000

0,9

1,2

1,5

1,8

2,2

2,5

2,8

  3,1

  3,4

  3,7

  4,0

320 000

680 000

0,0

0,4

0,7

1,0

1,3

1,6

1,9

  2,2

  2,6

  2,9

  3,2



Beispiel:


Berechnete Fläche (Fläche in der UTM-Abbildung):

27,3060 ha


East für die Mitte der berechneten Fläche (ohne 32):

610 000


Mittlere ellipsoidische Höhe:

130 m


Verbesserung aus Tabelle 2:

5,42 m²/ha
bei 27,3 ha ⇒ v = + 148 m²


Fläche in der Örtlichkeit (Fläche in mittlerer ellipsoidischer Höhe):

27,3208 ha



 


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