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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Aktenzeichen:204.1-42503/2-828
Erlassdatum:04.12.2014
Fassung vom:17.07.2019
Gültig ab:01.09.2019
Gültig bis:31.12.2021
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:keine Angaben verfügbar
 

Zum Hauptdokument : Tierschutz; Umsetzung der "Vereinbarung zur Weiterentwicklung von Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten" ("Moschusentenvereinbarung")



Anlage 3



Stallklima



Zur Regulation des Wärmehaushaltes ist es erforderlich, die durch Stoffwechselvorgänge gebildete Wärme abzugeben. Dieses geschieht u. a. durch die Abgabe nicht fühlbarer (latenter) Wärme durch Wasserverdunstung vornehmlich über die Atmung. Der Tierhalter muss die Stalluft durch die Lüftungsanlage so beeinflussen können, dass dieser lebensnotwendige Wärmeaustausch jederzeit erfolgen kann. Beurteilungsgrößen für die Kapazität der Stalluft zur Abfuhr der Wärme und des Wasserdampfes „tierischer Herkunft“ sind der Wärme- und Wasserdampfmaßstab. Dabei werden die Messwerte „Temperatur“ und „Feuchte der Luft“ in die thermodynamisch relevanten Größen wie die Enthalpie (Wärmewert) und den Feuchtegehalt umgerechnet. Je geringer die Differenz dieser Werte zwischen Ausatemluft und Stalluft ist, desto mehr Außenluft muss in den Tierbereich geführt werden, um den Wärmeaustausch sicherstellen zu können. In Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren nur in Ausnahme- und Einzelfällen eine Enthalpie über 67 kJ/kg tr. Luft erreicht worden.



Der Tierhalter hat die Lüftungseinrichtung in den Stallanlagen daher so auszurichten, dass auch bei Enthalpiewerten bis zu 67 kJ/kg tr. Luft in der Außenluft ein ausreichender Luftaustausch im Tierbereich erfolgt und der für Geflügel letale Wert von 72 kJ/ kg tr. Luft in der Stalluft nicht erreicht wird.



Zur Berechnung der Enthalpiewerte kann das anliegende Diagramm verwendet werden; durch Wetterwarndienste und über zwischenzeitlich erhältliche Computerprogramme kann die den Tierhalter obliegende Lüftungsteuerung erleichtert werden.



Abbildung



Beispiel zur Bestimmung der spezifischen Enthalpie h in kJ/kg tr. Luft aus den Messwerten Temperatur °C und Relative Feuchte in % einer Luft.



Beispiel:



Es soll die Spezifische Enthalpie von Luft mit 29 ° C und 58 % relativer Feuchte bestimmt werden.



1.
Schritt:


Aufsuchen der Lufttemperatur von 29 °C auf der Ordinaten (senkrechter Randmaßstab).



2.
Schritt:


Folgen der Isotherme 29 °C (auf dieser Linie haben alle Punkte 29 °C) nach rechts bis zum Schnittpunkt mit der bogenförmig verlaufenden Kurve, die alle Punkte verbindet, deren relative Luftfeuchtigkeit mit 58 % gekennzeichnet sind. Hilfsweise nimmt man die Kurve für 60 %, da man aus Platzmangel nicht alle einhundert Kurven einzeichnen kann. Die gesuchten 58 % relative Luftfeuchtigkeit lassen sich einschätzen. Der gesuchte Punkt liegt auf der schräg verlaufenden Geraden (Isenthalpe) mit 67 kJ/kg trockener Luft. ʘ



Sucht man die dem Messwert 29 °C zugeordnete Enthalpie von 67 kJ/kg in Tabelle 1 auf, so findet man als zugeordneten Wert für die relative Feuchte die Ziffer 58,06 %. Der mit dem Diagramm ermittelte Wert ist für die hier zu beurteilende Situation ausreichend genau. Werte in Prüfberichten sollten mit dem Rechner auf Dezimalstellen genau ermittelt werden.



Tafel 1



Physikalische Größen der Außenluft mit angenommenen Höchstwerten der Außen-luftenthalpie bei schwül-heißem Wetter in Weser-Ems. Werte sind deckungsgleich mit den Physikalischen Größen der Isenthalpe H a im h.x-Diagramm auf Seite 6 des Anhanges der „Leitlinien für die Mastgeflügelhaltung“. Definition s. d.



Außenluftvariante
Nummer

Lufttemperatur
δ
°C

Feuchtetemperatur
δf
°C

Rel. Feuchte
Φ
%

Spez. Enthalpie
h
kJ/kg

Spez. Feuchtegrad
x
kg/kg







01

23.00

22.45

95.36

66.00

0.01685

02

24.00

22.45

87.45

66.00

0.01645

03

25.00

22.45

80.18

66.00

0.01604

04

26.00

22.45

73.50

66.00

0.01563

05

27.00

22.45

67.35

66.00

0.01523







06

28.00

22.45

61.70

66.00

0.01482

07

29.00

22.45

56.50

66.00

0.01442

08

30.00

22.45

51.72

66.00

0.01401

09

31.00

22.45

47.31

66.00

0.01361

10

32.00

22.45

43.26

66.00

0.01321







11

33.00

22.45

39.54

66.00

0.01280

12

34.00

22.45

36.11

66.00

0.01240

13

35.00

22.45

32.95

66.00

0.01200

14

36.00

22.45

30.04

66.00

0.01160



Tafel 2



Physikalische Größen der Stallluft als Einatemluft mit angenommenen Höchstwerten der Stallluftenthalpie bei schwül-heißem Wetter in Weser-Ems mit 72 kJ/kg. Werte sind dekkungsgleich mit den Physikalischen Größen der Isenthalpe H i im h.x-Diagramm auf Seite 6 des Anhanges der „Leitlinien für die Mastgeflügelhaltung“. Definition siehe dort.



Physik. Größen
Luftvarianten
Einatemluft
= Stallluft

Lufttemperatur
δ
°C

Feuchtetemperatur
δf
°C

Rel. Feuchte
Φ
%

Spez. Enthalpie
h
kJ/kg

Spez. Feuchtegrad
x
kg/kg

Taupunkt
T
° C








  1

24

24.0

100       

72.00

0.01881

24.00

  2

25

24.0

91.97

72.00

0.01840

23.65

  3

26

24.0

84.58

72.00

0.01799

23.28

  4

27

24.0

77.77

72.00

0.01758

22.91

  5

28

24.0

71.50

72.00

0.01718

22.54








  6

29

24.0

65.72

72.00

0.01677

22.16

  7

30

24.0

60.39

72.00

0.01636

21.76

  8

31

24.0

55.48

72.00

0.01596

21.37

  9

32

24.0

50.95

72.00

0.01555

20.96

10

33

24.0

45.78

72.00

0.01515

20.54








11

34

24.0

42.93

72.00

0.01475

20.12

12

35

24.0

39.38

72.00

0.01434

19.68

13

36

24.0

36.10

72.00

0.01394

19.23

14

37

24.0

33.08

72.00

0.01354

18.78



Abbildung

 


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