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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Aktenzeichen:204.1-42503/2-828
Erlassdatum:04.12.2014
Fassung vom:04.12.2014
Gültig ab:04.12.2014
Gültig bis:31.12.2019
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:78530
Normen:§ 2 TierSchG, § 11 TierSchG
Fundstelle:Nds. MBl. 2014, 830
Tierschutz; Umsetzung der "Vereinbarung zur Weiterentwicklung von Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten" ("Moschusentenvereinbarung")

Tierschutz;
Umsetzung der „Vereinbarung zur Weiterentwicklung
von Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten“
(„Moschusentenvereinbarung“)



RdErl. d. ML v. 4. 12. 2014 – 204.1-42503/2-828 –



VORIS 78530 –



Fundstelle: Nds. MBl. 2014 Nr. 44, S. 830





1.


1.1 Die als Anlage 1 beigefügte „Vereinbarung zur Weiterentwicklung von Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten“ („Moschusentenvereinbarung“) vom 22. 1./24. 1. 2013 ist bei der Beurteilung und Überprüfung von Moschusentenhaltungen i. S. von § 2 Tierschutzgesetz (im Folgenden: TierSchG) heranzuziehen.



1.2 Zu den Nummern 2 (Besatzdichte) und 3 (Gesundheitskontrollprogramm) der Moschusentenvereinbarung wird Folgendes geregelt:



1.2.1 Zu Nummer 2 (Reduktion der Besatzdichte)



Die Moschusentenvereinbarung sieht vor, dass die Tierhalterin oder der Tierhalter in eigener Verantwortung die Besatzdichte reduziert, wenn durch die gewählte Besatzdichte den Anforderungen des § 2 TierSchG nicht entsprochen werden kann (vgl. Nummer 2 Satz 3 der Moschusentenvereinbarung). Dieses gilt für alle Besatzdichten bis zur maximal zulässigen Besatzdichte von 35 kg/m2, d. h. auch bei einer Besatzdichte von beispielsweise 25 kg/m2. Bevor weitere Vergleichswerte vorliegen, gilt als Indikator hierfür eine erhöhte Zahl an Tierverlusten oder an im Schlachtbetrieb verworfenen Tieren. Davon ist auszugehen, wenn die Zahl der Tierverluste oder der verworfenen Tiere in drei aufeinanderfolgenden Durchgängen über 7,5 % liegt, ohne dass ein nachweisbares Krankheitsgeschehen vorliegt.



1.2.2 Zu Nummer 3 (Gesundheitskontrollprogramm)



Gegenstand des Gesundheitskontrollprogramms, bei dessen Einhaltung die höhere Besatzdichte von bis zu 35 kg/m2 erlaubt ist, ist die Ergebnisanalyse folgender im Erzeugerbetrieb bzw. am Schlachtbetrieb durchgeführter durchgangsbezogener Parameter:



A – im Erzeugerbetrieb

B – im Schlachtbetrieb

Tierverluste
a)
durch den Schlachtbetrieb:
verworfene Tiere1)

mehr als 33 % der Tiere
mit verklebten Augen?
2)
Ja – Nein?
Arzneimitteleinsatz


Gefiederzustand:



„gut befiedert“ („sauber
im Federkleid“)?
Ja – Nein?



gut rupfbar?
Ja – Nein?


Fußballengesundheit
entsprechend
Anlage 2;
jeweils 100 Paddel/Partie


auf dem Transport verendete Tiere


Schlachtkörper
mit Qualitätsmängeln
(sog. B-Ware) definieren;
ergänzt um Bemerkungen
bei auffällig vielen Tieren



mit Kannibalismusverletzungen



mit alten Verkratzungen



mit frischen
Verkratzungen

b)
durch die amtliche
Tierärztin oder den
amtlichen Tierarzt:
Anteil verworfener Tiere.


1.2.2.1 Die vorgenannten Daten liegen im Erzeugerbetrieb vor und werden dort im Rahmen der Eigenkontrolle (vgl. § 11 Abs. 8 TierSchG) bewertet. Dies ist von der zuständigen Behörde – zumindest stichprobenweise –, z.B. im Rahmen der Schlachtgeflügeluntersuchung, zu überprüfen.



1.2.2.2 Für die der Erzeugergemeinschaft Enten und Gänse, Lorup, angehörigen Betriebe werden die unter Nummer 1.2.2 Buchst. B genannten Daten für den Zeitraum vom 1. 1. bis 31. 12. 2014 ausgewertet, um anschließend Reaktionswerte festzulegen, bei denen Maßnahmen zu ergreifen und ggf. die Besatzdichte zu reduzieren sind.



2.


Dieser RdErl. tritt am 4. 12. 2014 in Kraft und mit Ablauf des 31. 12. 2019 außer Kraft.





An
die Region Hannover, Landkreise und kreisfreien Städte
den Zweckverband Jade-Weser



Nachrichtlich:
An
die Niedersächsische Geflügelwirtschaft Landesverband e. V.
das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens
c/o Niedersächsischer Landkreistag






Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Vereinbarung zur Weiterentwicklung von Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten

Anlage 1a: Beispielberechnung für Tierplatzzahlen

Anlage 1b: Moschusenten Mastbericht - MUSTER (der EZG Enten und Gänse Niedersachsen6)

Anlage 1c: Stallklima

Anlage 1d: Beispiele für ein Wasserangebot zur Gefiederpflege (vgl. lfd. Nr. 7 der Vereinbarung)

Anlage 1e: Merkblatt Anforderungen an Kunstlicht in Geflügel haltenden Betrieben

Anlage 1f: Merkblatt mit Maßnahmen zur Verhinderung von Federpikken und Kannibalismus sowie Notfallmaßnahmen bei Auftritt von Federpicken und Kannibalismus

Anlage 2: FootPadDermatitis (FPD) - Enten: Fußballenbeurteilungen (modifiziert n. Hocking et al. 2008)

 


Abkürzung Fundstelle Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie immer auf die gültige Fassung der Vorschrift verlinken möchten:
http://www.nds-voris.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVND-785300-ML-20141204-02-SF&psml=bsvorisprod.psml&max=true