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juris-Abkürzung:ZVSVergabeV ND 2008
Fassung vom:06.07.2017
Gültig ab:14.07.2017
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:22220
Verordnung über die zentrale Vergabe von Studienplätzen
durch die Stiftung für Hochschulzulassung
(Vergabeverordnung-Stiftung)
Vom 21. Mai 2008
§ 10
Auswahlverfahren der Hochschulen

(1) 1 Das Auswahlverfahren der Hochschulen wird von den Hochschulen durchgeführt. 2 Die Hochschulen sind in diesem Verfahren nicht verpflichtet, den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln. 3 Hochschulen können die Stiftung damit beauftragen, Zulassungs- sowie Ablehnungsbescheide zu erlassen und im Namen und Auftrag der Hochschule bekannt zu geben. 4 Hochschulen können bei der Durchführung ihrer Auswahlverfahren durch Überbuchung der Zulassungszahlen berücksichtigen, dass Studienplätze voraussichtlich nicht besetzt werden.

(2) 1 Am Auswahlverfahren der Hochschulen wird nicht beteiligt, wer

1.

unter die Quoten nach § 6 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 Satz 1 Nrn. 2 und 3 fällt oder

2.

im Zulassungsantrag keinen gültigen Studienortwunsch für dieses Verfahren genannt hat oder

3.

nach § 7 Abs. 2 oder Abs. 3 Satz 5 von der Stiftung zugelassen worden ist.

2 Liegen die Voraussetzungen nach Satz 1 Nr. 2 vor, so erlässt die Stiftung für das Auswahlverfahren der Hochschulen im eigenen Namen einen Ausschlussbescheid.

(3) Die Stiftung teilt den Hochschulen für das Sommersemester bis zum 10. Februar, für das Wintersemester bis zum 10. August mit, welche Bewerberinnen und Bewerber an ihren Auswahlverfahren zu beteiligen sind, und übermittelt dabei studiengangweise folgende Angaben:

1.

Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse sowie Tag und Ort der Geburt,

2.

die Ortspräferenz für die jeweilige Hochschule,

3.

die nach § 11 Abs. 3 bis 5 ermittelte Durchschnittsnote,

4.

die nach § 14 ermittelte Wartezeit,

5.

Einzelnoten der Hochschulzugangsberechtigung,

6.

das Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests, sofern es der Stiftung vorliegt,

7.

die Art einer Berufsausbildung und die Dauer einer Berufstätigkeit oder eines Praktikums,

8.

die Erfüllung der Voraussetzungen für eine erneute Zulassung nach § 19 Abs. 2 Satz 2.

(4) 1 Die Auswahlentscheidung der Hochschule ist zu treffen nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung (Durchschnittsnote) in Kombination mit mindestens einem der folgenden Auswahlkriterien:

1.

eine Gewichtung der in der Hochschulzugangsberechtigung ausgewiesenen Leistungen in Fächern, die über die Eignung für den gewählten Studiengang besonderen Aufschluss geben, oder

2.

die besondere Eignung der Bewerberinnen und Bewerber für den gewählten Studiengang;

dabei muss der Durchschnittsnote überwiegende Bedeutung für die Auswahlentscheidung zukommen (§ 8 Abs. 1 Satz 1 NHZG). 2 In Fällen von Ranggleichheit der Bewerberinnen und Bewerber bestimmt sich die Rangfolge nach einer Verbindung von Durchschnittsnote und Wartezeit. 3 Besteht danach noch Ranggleichheit, so gilt § 18 Abs. 2 entsprechend.

(5) Die Hochschule stellt die besondere Eignung fest

1.

anhand von Berufsausbildung, praktischen Tätigkeiten oder studienrelevanten außerschulischen Leistungen,

2.

durch Motivationserhebungen in schriftlicher Form,

3.

in einem Auswahlgespräch mit der Bewerberin oder dem Bewerber,

4.

nach dem Ergebnis einer schriftlichen Aufsichtsarbeit, in der durch die bisherigen Abschlüsse nicht ausgewiesene Fähigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen werden können, die für den Studienerfolg von Bedeutung sein können,

5.

nach dem Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests oder

6.

aufgrund einer Kombination von Feststellungen nach den Nummern 1 bis 5

(§ 5 Abs. 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 2 NHZG).

(6) 1 Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Auswahlgespräch oder einer schriftlichen Aufsichtsarbeit kann bis auf das Zweifache der Zahl der hiernach zu vergebenden Studienplätze beschränkt werden. 2 Die Vorauswahl für die Teilnahme richtet sich nach der Durchschnittsnote oder den kombinierten Auswahlkriterien nach Absatz 4 Satz 1. 3 Kommt es für die Vorauswahl auch auf die besondere Eignung an, so gelten Absatz 4 Satz 2 und Absatz 5 entsprechend. 4 Bei Ranggleichheit gilt Absatz 4 Satz 3 entsprechend. 5 Besteht danach noch Ranggleichheit, so werden sämtliche Bewerberinnen und Bewerber der höchsten Rangfolge zur Teilnahme zugelassen.

(7) 1 Die Einzelheiten des Auswahlverfahrens, insbesondere die Entscheidung über die Auswahlkriterien und die Möglichkeit der Erhebung von Gebühren für die Feststellung der Eignung nach Absatz 5 Nrn. 3 und 4, regelt die Hochschule durch Ordnung (Feststellung der Eignung nach Absatz 5 Nrn. 3 und 4, regelt die Hochschule durch Ordnung (§ 8 Abs. 2 Satz 1 NHZG). 2 Die Entscheidung über die Auswahl trifft die Leitung der Hochschule. 3 Zur Vorbereitung dieser Entscheidung wird für jeden Studiengang mindestens eine Auswahlkommission eingesetzt, deren Mitglieder dem hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal oder der Hochschullehrergruppe angehören. 4 Die Auswahlkommission besteht aus mindestens zwei Personen, wovon mindestens eine Person der Professorengruppe angehören muss.

(8) 1 Soweit der Stiftung Verfahrensergebnisse der Hochschulen in Form von Ranglisten für das Sommersemester bis zum 25. Februar, für das Wintersemester bis zum 25. August vorliegen, werden Bewerberinnen und Bewerber, die nach diesen Ranglisten eine Zulassungsmöglichkeit für die von ihnen in höchster Präferenz gewählte Hochschule haben und an deren Auswahlverfahren sie zu beteiligen sind, von dieser Hochschule zugelassen. 2 Die Stiftung teilt den Hochschulen für das Sommersemester bis zum 5. März, für das Wintersemester bis zum 2. September mit, welche Bewerberinnen und Bewerber unter Satz 1 fallen. 3 Die Hochschulen erteilen in diesen Fällen Zulassungsbescheide. 4 Die Zugelassenen nehmen am weiteren Verfahren nicht mehr teil. 5 Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 16. März, für das Wintersemester bis zum 16. September mit.

(9) 1 Die Hochschulen teilen der Stiftung für das Sommersemester bis zum 18. März, für das Wintersemester bis zum 18. September ihre Verfahrensergebnisse in Form von Ranglisten mit, soweit die Ranglisten nicht bereits nach Absatz 8 übermittelt worden sind. 2 Die Stiftung gleicht sämtliche Ranglisten ab, indem in den Fällen mehrerer Zulassungsmöglichkeiten für eine Bewerberin oder einen Bewerber nur diejenige für die in höchster Präferenz genannte Hochschule bestehen bleibt, und übermittelt den Hochschulen für das Sommersemester bis zum 22. März, für das Wintersemester bis zum 22. September die bereinigten Ranglisten. 3 Die Hochschulen erteilen nach Maßgabe dieser Ranglisten Zulassungs- und Ablehnungsbescheide. 4 Die Zugelassenen nehmen am weiteren Verfahren nicht mehr teil. 5 Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 30. März, für das Wintersemester bis zum 30. September mit.

(10) 1 Sind danach Studienplätze noch verfügbar oder werden Studienplätze wieder verfügbar, so schreibt die Stiftung die Ranglisten nach Maßgabe des Absatzes 9 Satz 2 fort und übermittelt sie für das Sommersemester bis zum 2. April, für das Wintersemester bis zum 2. Oktober an die Hochschulen. 2 Die Hochschulen führen auf dieser Grundlage ein Nachrückverfahren durch; dabei werden keine Ablehnungsbescheide erteilt. 3 Die Zugelassenen nehmen am weiteren Verfahren nicht mehr teil. 4 Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 8. April, für das Wintersemester bis zum 8. Oktober mit.

(11) 1 Sind nach Durchführung des Nachrückverfahrens nach Absatz 10 Studienplätze noch verfügbar oder werden Studienplätze wieder verfügbar, so schreibt die Stiftung die Ranglisten nach Maßgabe des Absatzes 9 Satz 2 fort und übermittelt sie für das Sommersemester bis zum 10. April, für das Wintersemester bis zum 10. Oktober an die Hochschulen. 2 Absatz 10 Sätze 2 und 3 gilt entsprechend. 3 Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 17. April, für das Wintersemester bis zum 17. Oktober mit.

(12) 1 Nach Abschluss des zweiten Nachrückverfahrens werden Studienplätze, die noch verfügbar sind oder wieder verfügbar werden, von der Hochschule durch das Los an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die bei der Hochschule die Zulassung beantragt haben. 2 Die Hochschule bestimmt Form und Frist der Antragstellung und gibt sie in geeigneter Weise bekannt.

 


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