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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Aktenzeichen:204.1-42503/2-828
Erlassdatum:11.12.2014
Fassung vom:02.10.2019
Gültig ab:02.10.2019
Gültig bis:31.12.2021
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:keine Angaben verfügbar
 

Zum Hauptdokument : Tierschutz; Ausführungsbestimmungen zur Umsetzung von § 20 Abs. 4 und 5 TierSchNutztV - Halten von Masthühnern -



Anlage 8



Empfehlungen zur Vermeidung von Hitzestress bei Masthühnern





Sind in den Sommermonaten nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes Enthalpiewerte in der Außenluft von über 67 kJ/kg zu erwarten, sollten unten aufgeführte Maßnahmen eingeleitet werden, um hitzebedingte Verluste zu vermeiden. Dies betrifft insbesondere Masthühnerhaltungen in der Endphase der Mast.



1. Rechtzeitige Abfrage der Klimadaten über problematische Wetterlagen



z.B im Internet http://www.agrowetter.de/Agrarwetter/enthalpie.htm oder www.dwd.de - Agrarwetter - Hitzestress bei Geflügel



2. Ständige Präsenz einer verantwortlichen Person



zur Überwachung der Stalltechnik und zur Betreuung der Tiere.



3.1 Rechtzeitig stufenweise Erhöhung der Ventilatorenleistung



Mindestsommerluftvolumenstrom = 4,5 m3/kg Lebendgewicht und Stunde (d.h. für 1,5 kg schwere Broiler in der Endmast 6,75 m3/h). Erforderlichenfalls Reduzierung der Besatzdichte in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte September, um die o. a. Förderleistung zu erreichen. Es ist sicherzustellen, dass der Luftstrom in zwangsbelüfteten oder Offenställen durch Luftleiteinrichtungen oder Umlaufventilatoren bis in den Aufenthaltsbereich der Tiere geführt und gleichmäßig verteilt wird.



3.2 Erhöhung der Luftgeschwindigkeit im Tierbereich



z.B. durch Umstellen der Lüftungsdüsen oder durch Einsatz von Zusatzlüftern (Schwenkventilatoren an den Stalllängsseiten bzw. Stützluftventilatoren (sog. Axial- oder Gigololüfter), die einen Luftstrom in Stalllängsrichtung erzeugen). Umluft auch in den toten Ecken mit Windschatten sicherstellen. Bei freigelüfteten Ställen kann auch das Öffnen der Giebeltore sinnvoll sein. Lüftungskurzschlüsse vermeiden.



Luftgeschwindigkeit in m/s Kühlwirkung in °C



1,25 

3,3

2,50 

5,6



Die hohen Luftgeschwindigkeiten sollten partiell eingeleitet werden, damit die Tiere diese Bereiche ggf. wieder verlassen können. In der Praxis haben sich entsprechende Luftduschen in etwa einem Drittel des Stalles bewährt.



4. Tägliche Überprüfung der vollen Funktionsfähigkeit von Alarmanlage, Notstromaggregat, Lufteinlassöffnungen, Luftleiteinrichtungen und Ventilatoren (u.a. saubere Schutzgitter!) und Tränkeeinrichtungen



5. Luftbefeuchtung/ Kühlung der Stallhülle



Durch Befeuchtung der Zuluft und/oder Stallluft kann eine Absenkung der Stalllufttemperatur um 3 bis 5 °C bei gleichzeitiger Staubbindung erreicht werden. Die Befeuchtungsanlage sollte vornehmlich in den Vormittagsstunden, rechtzeitig vor der erwarteten Tageshöchsttemperatur eingesetzt werden. Die relative Feuchte der Stallluft darf dabei nicht über 70 % ansteigen. Eine Befeuchtung von Tieren und Einstreu ist zu vermeiden. Bei Altbauten kann zur Abkühlung der aus der Zwischendecke entnommenen Zuluft auch eine Berieselung der Stalldachfläche sinnvoll sein.



6. Beschattung



z.B. durch vorübergehende Abdunkelung der Lichteinfallsflächen auf der Sonnenseite des Stalles oder große Schatten spendende Bäume, die jedoch nicht den Zuluftbereich der Stallanlage beeinträchtigen dürfen.



7. Reduzierung der Fütterung



Zur Kreislaufstabilisierung kann einige Stunden vor der erwarteten Tageshöchsttemperatur die Fütterung durch „Leerfressenlassen“ der Tröge reduziert bzw. eingestellt werden. Ein Hochziehen der Futterbahnen hat sich bei Broilern im Allgemeinen nicht bewährt, da die Tiere beim Herunterlassen der Tröge nicht ausweichen. Die Fütterung sollte erst nach Absinken der Temperaturen in den Abend- und Nachtstunden wieder uneingeschränkt aufgenommen werden. In Abstimmung mit dem Bestandtierarzt kann in diesen Tagen die Aktivitätsphase (Hellphase) in die Nachtstunden verlegt werden.



8. Ständiger Zugang zu Tränkwasser (auch während der Nacht)



Frisches, kühles Wasser ist bei hohen Temperaturen günstiger als im Vorlaufsystem erwärmtes Wasser.



9. Vitamin C-haltige Futtermittelzusatzstoffe



können zur Stabilisierung der Tiere bei Hitzestress beitragen.



10. Vermeidung stresserzeugender Störungen der Tiere



11. Ausstallung in den kühleren Nacht- oder Morgenstunden



Verfügt der abholende LKW über eigene Lüfter, sollten sie für die Frischluftzuführung der bereits verladenen Tiere (Kühlungseffekt) eingesetzt werden, erforderlichenfalls sind mobile Zusatzlüfter bei der Verladung einzusetzen.



12. Transport



Bei Transporten von Masthühnern in Fahrzeugen ohne aktive Lüftungseinrichtung empfiehlt es sich, bei zu erwartenden Außentemperaturen ab 24 °C ebenfalls die zu erwartenden Enthalpiewerte abzufragen. Überschreitet die zu erwartende Enthalpie einen Wert von 60 KJ/kg am Verladeort, ist bei üblicher Beladedichte mit erhöhten Ausfällen zu rechnen. Bei diesen höheren Enthalpiewerten sollten die maximal zulässige Besatzdichte reduziert und die Transportfahrzeuge während des Beladevorganges mit mobilen Ventilatoren belüftet werden. Empfohlen wird, ab 60 kJ/kg die Beladedichte um 10 % zu reduzieren, ab 65 kJ/kg die Beladedichte um 20 % zu reduzieren. Die Höhe der Reduktion der maximal zulässigen Besatzdichte richtet sich nach den regional zu erwartenden Klimaverhältnissen. Eine Reduzierung um mehr als 20 % kann jedoch zu vermehrten Verletzungen der Tiere auf dem Transport führen und ist daher nicht zu empfehlen.

Die Transportzeit sollte minimiert werden, wobei während der Fahrt nur unvermeidbare Pausen eingelegt werden dürfen, in denen die Fahrzeuge im Schatten abzustellen sind. Bereits bei der Routenplanung sollten stauträchtige Strecken möglichst vermieden werden. Während der Fahrt ist auf den Verkehrsfunk zu achten und im Falle eines Staus ggf. die Polizei über Notruf zu verständigen, damit das Fahrzeug möglichst aus dem Staubereich geleitet werden kann. Das Parken auf dem Schlachthof darf nur mit Zusatzlüftung erfolgen. Falls diese nicht vorhanden ist, muss der LKW bis zur Schlachtung bewegt werden.

 


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