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Vorschrift
Normgeber:Kultusministerium
Aktenzeichen:45-80009/10/4/3
Erlassdatum:11.05.2020
Fassung vom:11.05.2020
Gültig ab:01.04.2020
Gültig bis:31.12.2025
Quelle:Wappen Niedersachsen
Gliederungs-Nr:21064
Normen:§ 17 GESSCHULEINRAUSBAV, § 1 NKiTaG, § 2 NuWG, § 4 PflAPrV, § 7 PflBG ... mehr
Fundstelle:Nds. MBl. 2020, 574
Ergänzende Bestimmungen zur praktischen Ausbildung nach dem PflBG

Ergänzende Bestimmungen
zur praktischen Ausbildung nach dem PflBG



RdErl. d. MK v. 11. 5. 2020 — 45-80009/10/4/3 —



— VORIS 21064 —



Fundstelle: Nds. MBl. 2020 Nr. 26, S. 574



Bezug: 

RdErl. v. 30. 7. 2018 (Nds. MBl. S. 747, SVBl. 2019 S. 52)
— VORIS 21064 —



Die Ausbildung nach den Regelungen des PflBG vermittelt die für die selbständige, umfassende und prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen erforderlichen fachlichen und personalen Kompetenzen einschließlich der zugrunde liegenden methodischen, sozialen, interkulturellen und kommunikativen Kompetenzen und der zugrunde liegenden Lernkompetenzen sowie die Fähigkeit zum Wissenstransfer und zur Selbstreflexion. Zentrale Pfeiler der Ausbildung sind dabei die Einrichtungen der praktischen Ausbildung sowie die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, welche die Auszubildenden bereits in einer frühen Phase ihrer Ausbildung prägen.



In Ergänzung der im PflBG normierten Ausführungen gelten hinsichtlich der Anforderungen an Einrichtungen für die praktische Ausbildung sowie zur Praxisanleitung folgende Regelungen:



1.


1.1 Für den Pflichteinsatz in der psychiatrischen Versorgung geeignete Einrichtungen sind:



1.1.1
psychiatrische Kliniken und psychiatrische Krankenhausabteilungen und -stationen mit den Tageskliniken,


1.1.2
psychiatrische Kliniken und psychiatrische Krankenhausabteilungen und -stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit den Tageskliniken,


1.1.3
psychosomatische Kliniken und psychosomatische Krankenhausabteilungen und -stationen mit den Tageskliniken,


1.1.4
Wohnformen nach § 42a Abs. 2 SGB XII der Eingliederungshilfe für psychisch und/oder psychiatrisch kranke Menschen mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.1.5
ambulante psychiatrische Pflegedienste,


1.1.6
sozialpsychiatrische Dienste,


1.1.7
Rehabilitationskliniken mit Angeboten für Menschen mit psychischen und/oder psychiatrischen Erkrankungen mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.1.8
Wohnformen nach § 2 Abs. 2 bis 4 NuWG mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.1.9
Tagesstätten für Menschen mit psychischen und/oder psychiatrischen Erkrankungen mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.1.10
gemeindepsychiatrische Zentren mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.1.11
forensische Kliniken und Beratungsstellen mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.1.12
stationäre Einrichtungen für suchterkrankte Menschen mit Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt.


1.2 Für den Pflichteinsatz in der pädiatrischen Versorgung geeignete Einrichtungen sind:



1.2.1
pädiatrische Krankenhäuser und pädiatrische Krankenhausabteilungen und -stationen,


1.2.2
Krankenhausabteilungen und -stationen, sofern sie während des Pflichteinsatzes die im PflBG genannten Kriterien erfüllen können,


1.2.3
Geburtshilfeeinrichtungen oder Wochenstationen,


1.2.4
sozialpädiatrische Zentren (SPZ),


1.2.5
ambulante Kinderkrankenpflegedienste,


1.2.6
stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen für beatmungspflichtige Kinder und Jugendliche,


1.2.7
Rehabilitationskliniken und ambulante Kliniken mit Angeboten für Kinder und Jugendliche,


1.2.8
Wohngruppen der Kinderkrankenpflege für Kinder und Jugendliche unter Anleitung einer Pflegefachkraft, welche die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.2.9
sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit ggf. heilpädagogischer Fachkraft oder Pflegefachkraft, die die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.2.10
Kindertagesstätten nach § 1 Abs. 2 KiTaG mit Gruppen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut werden, und Sonderkindergärten, in denen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder Erkrankungen eine pflegerische Versorgung benötigen, jeweils mit mindestens einer Pflegefachkraft, die die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.2.11
ambulante und stationäre Einrichtungen der Behindertenhilfe für Kinder und Jugendliche,


1.2.12
Einrichtungen der Jugendhilfe mit Pflegefachkraft, die die Anleitung der Auszubildenden übernimmt,


1.2.13
ambulante und stationäre Kinderhospize sowie Teams der spezialisierten ambulanten pädiatrischen Palliativpflege (SAPPV),


1.2.14
Kinderarztpraxen.


1.3 Die NLSchB kann in Ergänzung zu den Einrichtungen nach den Nummern 1.1 und 1.2 der praktischen Ausbildung in anderen Einrichtungen als Pflichteinsatz in der psychiatrischen oder pädiatrischen Versorgung zustimmen, wenn dort das Ausbildungsziel erreicht werden kann.



1.4 Eine Einrichtung nach den Nummern 1.1 bis 1.3 muss in zumutbarer Weise erreichbar sein. Sie ist i. S. von Satz 1 erreichbar, wenn die Fahrzeit vom Standort der Schule höchstens 60 Minuten beträgt und sie nicht mehr als 100 km vom Standort der Schule entfernt liegt.



Hat die Schule ein geeignetes Konzept zur Praxisbegleitung der Schülerinnen und Schüler, so liegt eine Erreichbarkeit in zumutbarer Weise auch vor, wenn die Anforderung nach Satz 2 nicht erfüllt ist.



2.


2.1 Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter



führen individuelle Erst-, Zwischen- und Auswertungsgespräche mit den Auszubildenden,


leiten Auszubildende in allen übertragenen Aufgaben an und überprüfen deren Kenntnisse und Fähigkeiten,


unterstützen Auszubildende bei der Erfüllung schulischer Praxisaufträge soweit notwendig,


halten Auszubildende zum Führen des Ausbildungsnachweises an,


beurteilen die ihnen anvertrauten Auszubildenden und geben der Schule über deren Entwicklungsstand Auskunft,


planen, dokumentieren und bewerten den Stand der praktischen Ausbildung,


wirken bei Planung und Gestaltung der praktischen Ausbildung mit,


evaluieren regelmäßig das lernortspezifische Lernangebot,


sind im Rahmen der rechtlichen Vorgaben Prüferin oder Prüfer in der praktischen Prüfung oder unterstützen den Prüfungsausschuss.


2.2 Die Anforderungen an die berufspädagogische Zusatzqualifikation nach § 4 Abs. 3 PflAPrV gelten als erfüllt, wenn die praxisanleitende Person



2.2.1
eine Weiterbildung gemäß der Weiterbildungsordnung der Pflegekammer Niedersachsen — Übergangsregelung — vom 10. 1. 2019 (abrufbar über https://www.pflegekammer-nds.de und dort über den Pfad „Mitglieder > Downloads und Formulare > Rechtsvorschriften > Weiterbildungsordnung Übergangsregelung vom 10.01.2019“) erfolgreich abgeschlossen hat,


2.2.2
eine Weiterbildung gemäß der Verordnung über die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen vom 18. 3. 2002 (Nds. GVBl. S. 86), zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 6. 12. 2018 (Nds. GVBl. S. 259; 2019 S. 7), erfolgreich abgeschlossen hat,


2.2.3
ein Hochschulstudium der Medizinpädagogik, Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaft oder ein Hochschulstudium mit vergleichbaren Schwerpunkten erfolgreich abgeschlossen hat,


2.2.4
ein Hochschulstudium der Erziehungswissenschaften erfolgreich abgeschlossen hat,


2.2.5
eine vor Inkrafttreten der Verordnung über die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen in Niedersachsen nicht staatlich geregelte Weiterbildung zur Lehrkraft für Pflegeberufe oder zur Pflegedienstleitung erfolgreich abgeschlossen hat, sofern die Pflegedienstleitung in den letzten fünf Jahren regelmäßig praxisanleitende Aufgaben übernommen hat,


2.2.6
eine Qualifikation gemäß Nummer 2 des Bezugserlasses bis zum 31. 12. 2019 erfolgreich abgeschlossen hat,


2.2.7
eine Qualifikation gemäß § 17 Abs. 3 NSchGesVO bis zum 31. 12. 2019 erfolgreich abgeschlossen hat,


2.2.8
eine Fortbildung gemäß den Empfehlungen für Maßnahmen einer berufspädagogischen Qualifikation zur Praxisanleitung (Anlage) mit dem Schwerpunktmodulen zum PflBG erfolgreich abgeschlossen hat.


2.3 Die Qualifikation zur Praxisanleitung kann auch durch andere als die in den Nummern 2.2.1 bis 2.2.8 genannten berufspädagogisch qualifizierenden Maßnahmen nachgewiesen werden, wenn diese mindestens 300 Stunden umfassen und als inhaltlich mindestens gleichwertig zu einer Fortbildung nach Nummer 2.2.8 durch die NLSchB anerkannt wurden.



2.4 Die Anforderungen an die erforderliche jährliche berufspädagogische Fortbildung im Umfang von 24 Stunden nach § 4 Abs. 3 PflAPrV werden erfüllt, wenn der Maßnahmenträger diese inhaltlich an den Modulen der Empfehlungen für Maßnahmen einer berufspädagogischen Qualifikation zur Praxisanleitung (Anlage) ausgerichtet hat oder ihm diese durch die NLSchB als dazu gleichwertig bestätigt wurde.



2.5 Der Umfang einer Stunde in der Zusatzqualifikation sowie der Fortbildungsmaßnahme entspricht 60 Minuten, wobei bis zu 15 Minuten der Vor- und Nachbereitung zugeordnet werden können.



2.6 Die Nachweise sind der NLSchB auf deren Anforderung vorzulegen.



3.


Dieser RdErl. tritt mit Wirkung vom 1. 4. 2020 in Kraft und mit Ablauf des 31. 12. 2025 außer Kraft.





An die
Niedersächsische Landesschulbehörde
Öffentlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft
Träger der praktischen Ausbildung nach dem PflBG






Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage: Empfehlungen für Maßnahmen einer berufspädagogischen Qualifikation zur Praxisanleitung

 


Abkürzung Fundstelle Diesen Link können Sie kopieren und verwenden, wenn Sie immer auf die gültige Fassung der Vorschrift verlinken möchten:
https://www.nds-voris.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVND-210640-MK-20200511-SF&psml=bsvorisprod.psml&max=true